Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Themen, die nichts mit dem christlichen Glauben zu tun haben

Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Beitragvon Mechthild Schönepauk » Fr 29. Mai 2015, 14:30

Werte Gemeinde,

gestern Abend hatte ich eine erste, erschreckende Erfahrung mit dem verstörenden Aberglauben, der unter unschuldigen Kindlein momentan umgeht. Es trug sich folgendermaßen zu: Ich machte mich gerade bereit dazu, mich zu Bett zu begeben, als ich einen Blick aus dem Fenste erhaschte und dort in dem Garten meiner Nachbarn Licht sah. Es war bereits dunkel, müssen Sie wissen, da ich Dummchen beim Lesen der Bibel doch glatt die Zeit vergessen hatte.
Die Nachbarn, in deren Garten ich das Licht sah, sind ein sehr stilles Paar mit zwei Kindern, einem Buben und einem Gör. Der HERR verzeihe mir, aber ich wurde neugierig und verließ mein Haus, um nach dem Rechten zu sehen.
Offenbar hatten die Kinder außerplanmäßig schulfrei, da an der Schule momentan einige Umbauarbeiten durchgeführt werden, und haben deshalb beschlossen, zusammen mit einigen ihrer Kleber schnüffelnden Freunde im Garten ihrer Eltern zu zelten. Zuerst dachte ich mir nicht viel dabei, immerhin ist es besser, die Kinder schlafen unter freiem Himmel, als wenn sie im Haus sitzen und bis tief in die Nacht diese schrecklichen Heimrechnerspiele spielen. Doch als ich näher kam, hörte ich, wie die Tochter meiner Nachbarn, Amelie, etwas von einem "dünnen Mann" (unredl. Slenderman) erzählte. Die Bezeichnung sagte mir nichts, also blieb ich hinter einem der Büsche stehen, die mein Grundstück vom Grundstück meiner Nachbarn trennt, und hörte weiter zu. Was ich da hörte, war gar schrecklich, ich musste mir die Ohren danach mit Weihwasser ausspülen und zehn Mal das Ave Maria beten, ehe ich mich wieder einigermaßen wohl in meiner Haut fühlte. Der Dünne Mann soll ein Dämon sein, der kein Gesicht besitzt, nur weiße Haut am Kopf, und mit seinen langen, spindeldürren Armen Kinder entführt, um sie in seinen Wald zu verschleppen, von wo sie nie mehr wieder auftauchen. Diese ungezogenen Gören waren ganz begeistert von dieser schrecklichen Geschichte und baten die Nachbarsgöre, noch mehr zu erzählen. Das Kind holte einen Klapprechner hervor und zeigte den anderen offenbar einige Bilder und Filmchen, die ich von meiner Position aus nicht sehen konnte. Ich bin ein Weib, deshalb wäre ich vermutlich zu schwach gewesen, den Blagen eine ordentliche Züchtigung zu verpassen, deshalb lief ich heute geschwind zum Herrn Pfarrer und erzählte ihm von diesem Erlebnis. Er wollte sich zuerst selbst einige Informationen über diesen Dünnen Mann heraussuchen, um zu wissen, wie er in diesem Falle handeln müsse, und versprach mir, so bald wie möglich etwas zu unternehmen. Aber Sie wissen ja, wie es ist, liebe Gemeinde; ein Gör erzählt es dem nächsten, dieses verbreitet es dann an zehn weitere, und ehe man sich versieht, ist die ganze Stadt mit dieser widerlichen Geschichte vertraut und erliegt ihrem Hexenzauber.
Deswegen möchte ich hiermit die Geschichte vom Dünnen Mann anprangern und verlange, dass der redliche Herr Merkel jedliche Verbreitung dieser Erzählung, sei sie mündlich, schriftlich oder digital, mit sofortiger Wirkung verbietet!

Anprangernd,
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Re: Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Beitragvon Wilhelm II » Fr 29. Mai 2015, 16:11

Werte Frau Schönepauk,

ich frage mich weshalb solch schreckliche Geschichten über den Dünnen Mann erzählt werden. Jedes Kind sollte wissen, daß dieser nur eine knorke Kaiserliche Wache ist die auf die Kinder aufpassen soll und diese zu Zucht und Ordnung zwingen soll.


Es grüßt den Adel und die Bürger,
Wilhelm II


Post Scriptum: Wer ist Herr Merkel?
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Re: Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Beitragvon Mechthild Schönepauk » Fr 29. Mai 2015, 16:15

Fakir Wilhelm,

der knorke Herr Merkel ist unser Bundeskanzler, das Staatsoberhaupt von Deutschland.
Die Kaiserliche Wache, würde diese noch existieren, würde ganz sicher keine Dämonen in ihren Dienst nehmen.

Misstrauisch,
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Re: Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Beitragvon Wilhelm II » Fr 29. Mai 2015, 16:18

Frl Schönepauk,

Die Wache ist auch kein Dämon sie ist einzig groß und schlank um mächtiger zu wirken. Übrigens das Amt des Bundeskanzlers existierte in der Zeit des Norddeutschen Bundes. Das Amt hat derzeit die Bezeichnung Reichskanzler.


Richtig stellend,
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Re: Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Beitragvon Heinrich Hantelbank » Fr 29. Mai 2015, 16:40

Herr Wilhelm,
derjenige, der Sie aufgetaut hat, hätte Ihnen zumindest das aktuelle Datum mitteilen können.
Willkommen in der DDR des 21. Jahrhunderts.

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Re: Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Beitragvon Lynessa Lavellan » Fr 29. Mai 2015, 17:47

Werte Frau Schönepauk,

was ist denn so schlimm an dieser Geschichte? Sie ist gruselig, na gut. Aber sowas macht man beim Zelten halt. Sich Gruselgeschichten erzählen. Ich seh da kein Problem.

Eine Augenbraue hebend,
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Re: Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Beitragvon Saris_Welt » Mo 1. Jun 2015, 18:14

Hallo
Ich selbst kenne den dünnen Mann und finde an dieser Geschichte nichts Böses.
Gut, es ist eine gruselig Geschichte, doch man erzählt sich sowas halt,
Da ist nichts schlimmes bei
Allerdings möchte ich Ihnen mein Mitleid aussprechen wenn sie sich erschreckt haben.
Freundlich lächelnd
Sari
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Re: Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Beitragvon Lazarus Steiner » Mo 1. Jun 2015, 19:24

Fräulein Sari,
wieso sollte man sich Greuelgeschichten ansehen oder lesen? Es gibt genügend interessante Sachbücher oder auch die Heilige Schrift, die Sie studieren können. Auch in diesem Buch gibt es spannende, gruselige und interessante Geschichten, die sogar allesamt wahr sind!
Den Sinn von Fantasiegeschichten nicht erkennend,
Herr Steiner
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Re: Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Beitragvon Lynessa Lavellan » Mo 1. Jun 2015, 19:39

Werter Herr Steiner,

die Geschichte vom Dünnen Mann ist gerade so interessant, weil sie, obwohl sie natürlich erfunden ist, auf einigen historischen Quellen basiert, die von einer großen Kreatur mit sehr langen Gliedmaßen erzählen. Da ist alles dabei, von Hieroglyphen aus dem alten Ägypten bis hin zu Holz- und Kupferstichen aus dem 14. Jahrhundert. Einen Namen und ein "Gesicht" (metaphorisch gesprochen, versteht sich) bekam der Dünne Mann erst im Jahre 2009, als ein Benutzer des EtwasSchreckliches (unredl. SomethingAwful) Plauderbrettes im Rahmen eines Wettbewerbs, bei dem es darum ging, möglichst überzeugende Fotos mit "übernatürlichen" Motiven zu fälschen, den Dünnen Mann in seine Bilder einfügte und dazu die Geschichte erfand, dass es sich bei dem Dünnen Mann um eine uralte Kreatur handelt, die oft auf Fotos mit Kindern auftaucht. Die Kinder, bei denen der Dünne Mann gesehen wird, verschwänden alle kurz darauf spurlos. Besagter Benutzer dachte sich wahrscheinlich nicht viel dabei, allerdings löste seine Geschichte eine wahre Massenhysterie aus, hunderte andere Benutzer des Brettes meldeten sich und wollten den Dünnen Mann gesehen haben. Bei solch einer Flut von Menschen war es nur natürlich, dass die Wahrheit irgendwann verwischen würde. Da ist es nur natürlich, dass viele von dem Mythos fasziniert sind.

Ebenfalls fasziniert vom Dünnen Mann,
Lynessa Lavellan

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Re: Ich prangere an: Den Aberglauben vom Dünnen Mann

Beitragvon Saris_Welt » Mo 1. Jun 2015, 20:12

Hallo
Ich lese gerne Fantasie Bücher(fast ausschließlich) und finde sie toll.
Gerade weil man nicht nach denken muss und einfach abschalten kann, wenn man von der Schule, Uni oder Beruf nach Hause kommt und einfach keinen Bock auf weiteres Lernen hat.
Und besser hätte ich es nicht sagen können, Lynessa
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